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Studenten für die Feuerwehr

Bei 80 Prozent der Einsätze sind angehende Akademiker dabei. Rektor Professor Wolfgang Schareck lobt das Engagement.


Paul Schünemann: Feuerwehr und Studium, das erfordert viel Disziplin.Der Pieper geht manchmal mitten im Seminar los: Dann hastet Maschinenbau-Student Paul Schünemann (25) aus dem Hörsaal, um einen Brand zu löschen oder bei einem Unfall zu helfen. Er ist Mitglied der Rostocker Freiwilligen Feuerwehr Stadt-Mitte. Die hat eine Besonderheit: Elf der 54 Aktiven sind Studenten. Sie kommen aus allen Fachbereichen, von Maschinenbau, Chemie, Agrar- und Umweltwissenschaften bis hin zur Soziologie. Auch drei Uni-Mitarbeiter gehören zur Feuerwehr Stadt-Mitte.

„Besonders tagsüber stellen die Studenten eine tragende Säule unserer Einsatzbereitschaft dar“, sagt Zugführer Christian Müller. Auch er, der studierte Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur, kommt von der Uni, arbeitet in der Stabsstelle für Hochschul- und Qualitätsentwicklung und ist schon mit elf Jahren in die Jugendfeuerwehr eingetreten, also seit 23 Jahren dabei. 

 

 

 

Im Ehrenamt ist er Brandmeister und sagt: „Die Studenten sind bei 80 Prozent aller Einsätze dabei.“ Ihn treibe das hochspezialisierte technische Spektrum an, das die Feuerwehr bietet und auch das Adrenalin bei Einsätzen. Zudem sei es die Begegnung mit Kameraden, die aus fast allen Berufen kämen. 

Seit 15 Jahren baut die Feuerwehr Stadt-Mitte neben Rostockern aus allen Berufsgruppen auch auf Studenten. Inzwischen werden auf dem Campus-Tag die Erstsemester von der Feuerwehr gezielt angesprochen und geworben.
Für sie gibt es bis zu 250 Mal im Jahr Alarm. Aber nicht jeder führt zum Einsatz. „Oft ist die Berufsfeuerwehr schon ausgerückt. Stellt sie fest, dass wir nicht gebraucht werden, wird unser Einsatz abgesagt“, berichtet Dominik Holzaht-Grimme. Der 24-jährige Chemie-Student freut sich über die Akzeptanz seines Ehrenamtes. „Für die Professoren ist es in Ordnung, wenn wir zum Einsatz gerufen werden.“ Doch wenn er im Labor steht und einen Versuch fährt, kann er nicht alles stehen und liegen lassen. „Das ist in der Chemie gefährlich“, sagt der junge Mann. Dann bittet er Kommilitonen, den Versuch zu bewachen.  

Uni-Rektor Wolfgang Schareck ist des Lobes voll über das Engagement der Studenten. „Gutes tun, und das auch gut tun in der Feuerwehr. Mit Begeisterung, Neugier, Dynamik, Kreativität und Wahrhaftigkeit im Sinne der Wohlfahrt für die Sicherheit von Menschen, das ist hoch zu schätzen“, unterstreicht der Rektor.

Fünf Minuten Zeit gibt es vom Alarm bis zum Ausrücken des ersten Fahrzeuges. „Das ist zu schaffen“, sagt Christian Radischat – er stammt aus Brandenburg und trat mit 16 in die Freiwillige Feuerwehr ein. Die zentrale Lage des Uni-Campus’ sei sehr günstig. Der 28-jährige Doktorand der Chemie arbeitet ganz in der Nähe der Wache in der Fahnenstraße. Wie nahezu alle Studenten. „Aufs Fahrrad schwingen und los“, schildert Paul, der schon in der Jugendfeuerwehr Parchim aktiv war. Er hat wie Christian Radischat schon in der Schulzeit zur Feuerwehr gefunden. Die Ausbildung sei anspruchsvoll und interessant. Man müsse sich disziplinieren und auch beim Studium Prioritäten setzen. Christian hat sich zum Gruppenführer hochgearbeitet. Er darf somit bis zu zehn Feuerwehrleute führen.

Im Sommer gab es ein Feuer am Beginenberg. Ein Mieter starb. „Die Erinnerung kommt immer wieder hoch“, sagt Paul. Seitdem wisse er, wie schnell alles zu Ende sein könne. Dieses Ereignis bewegt auch Dominik bis heute. „Wir sind aber eine Super-Truppe, tauschen uns aus“, urteilt Christian. „Wir reden auch nachher über Einsätze.“ Dazu gehören auch jene vom Sommer, als ein Brandstifter die Retter in Reutershagen und Brinckmansdorf in Atem hielt, als es in einem Bürogebäude und in der alten Molkerei mehrfach brannte. Alle waren nach mehr als sieben Einsätzen erleichtert, als die Brandstifter gefasst waren.

Damit die Studenten im Einsatz alles geben können, bilden sie sich bei Übungen stets weiter. Beispielsweise wurde jetzt geprobt, wie Personen aus einem verunglückten LKW gerettet werden können. Der Umgang mit Schere und Spreizer muss dann klappen. 

Nach Aussage des Brandschutz- und Rettungsamtes besitzt die Freiwillige Feuerwehr Stadt-Mitte den Status einer Schwerpunktfeuerwehr. Dabei leisten die „Blauröcke“ neben ihren grundlegenden Aufgaben, wie der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung, zusätzliche Schwerpunktaufgaben. Diese umfassen unter anderem das Retten von Menschen aus Notlagen im und auf dem Wasser mit Hilfe eines Mehrzweckbootes. Ebenfalls wird ein ABC-Erkundungskraftwagen vorgehalten, welcher mit unterschiedlichster Messtechnik zur Identifizierung von Gefahrstoffen ausgerüstet ist.

Aufgrund dieser vielfältigen Aufgaben sucht die Feuerwehr ständig nach neuen engagierten Mitgliedern. Wer Interesse hat, findet hier weitere detaillierte Informationen. Text: Wolfgang Thiel

 

Quelle: uni-rostock.de

 
 
 
 
 

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